Bye, bye Vista!

14Apr08

[Update, 15.04.2008: Links zum Thema hinzugefügt]

Nach langer Zeit reihe ich mich in den Reigen von Heulen und Wehklagen über Windows Vista ein.

Der Wow-Effekt ist leider ausgeblieben und meine Hartnäckigkeit dem ‚neuen’ Windows-Betriebssystem ein Chance zu geben hat ihre letzte Grenze erreicht. Es reicht!

Ich benutze Vista nun seit etwa einem halben Jahr, zu einem auf meinem privatem Notebook in der Version Home Premium und zum anderen in der Version Ultimate auf meinem Firmennotebook. Ich war schon zu Anfang skeptisch, zweifellos beinflusst durch die Negativberichterstattung, die sich im Netz findet, aber gewillt, dem ‚neuen’ Windows eine Chance zu geben. Auch zog ich die Möglichkeit in Betracht, dass mir dieses Betriebsystem in Unternehmensumgebungen über den Weg läuft und da sollte man sich natürlich schon damit zurechtfinden.

Warum ist Vista nichts für mich?

1) Bedienung

Vista macht es einem nicht gerade leicht, wenn man bestimmte Vorgänge gewohnt ist. Ich arbeite schon sehr lange mit Windows XP und kenne mich dort aus, ich weiss, wo ich zu drehen habe, wenn ich bestimmte Konfigurationen durchführen möchte. Man könnte meinen, dass der Nachfolger bestimmte Dinge beibehalten sollte, die mittlerweile bei vielen Anwendern eingeschliffen sind. Weit gefehlt. Vista behandelt mich als Power-User wie ein kleines Kind. Die Ausrichtung der Konfigurationsdialoge soll sich wohl an unbedarfte Endanwender richten, verwirrt aber auch diese vollständig – das belegt zumindest für mich die Ausführungen von Personen im meinem Umfeld, die zufällig nicht in der IT-Branche arbeiten. Wo man versucht hat zu helfen, wurden viele Dinge unnötig kompliziert und überladen gestaltet.

2) Performance

Ich bin Spieler.
Damit bin ich ein Stück weit natürlich an Windows gebunden (zumindest was viele aktuelle Titel angeht) und das ist auch von meinem Standpunkt aus nicht schlimm. Wenn mir aber meine primäre Spieleplatform ressourcentechnisch den Boden unter den Füßen wegzieht, macht das Spielen einfach keinen Spaß mehr.
Ein Auszug aus den Systemempfehlungen eines halbwegs aktuellen Spiels bezüglich RAM: “ … Empfohlen: 1 GB RAM / 2 GB RAM mit Windows Vista … “
Dazu ist zu sagen, dass auch das besagte Spiel mit 2 GB kaum spielbar ist (mit 3 GB schon). Warum braucht mein Betriebssystem soviel Arbeitsspeicher, selbst wenn ich ein Großteil der Desktopeffekte abschalte? Achja, da war noch etwas mit dem sog. Driver Signing sagte man mir, also dem ständigen Überprüfen, ob ein Windows-zertifizierter Treiber verwendet wird. Ist das nötig? Für mich nicht. Es stiehlt mir nur Ressourcen, die ich für andere Dinge brauche.
Das ein neues Betriebssystem von Microsoft mehr Ressourcen benötigt ist man spätestens seit Windows XP gewohnt, aber der Sprung, der hier getan wird ist einfach zu groß.

3) Hardwareunterstützung

Meine Vista-Notebooks sind beide mit entsprechender Hardware ausgestattet, so dass es erstmal keine Treiberprobleme gab. Sie sind auch beide mit NVIDIA-Grafikchips ausgestattet. Mit dem NVIDIA-Treiber gibt es allerdings Probleme, ab und an (beim Spielen) hat der Treiber Aussetzer – ich rede hier übrigens nicht von High-End-Shootern, sondern von Spielen wie bspw. World of Warcraft. Das mag man jetzt NVIDIA ankreiden, ich aber war bisher mit den Treibern unter Windows XP sehr zufrieden. Seit ich unter Vista spiele, musste ich mich dran gewöhnen, dass sich hier und da der Treiber aufhängt – schwarzes Bildschrim für mehrere Sekunden, etc. Aber nahezu jedes Spiel ist davon betroffen, was den Spass doch schon etwas trübt.
Als ich dann testweise Vista auf meinem Desktop-Rechner installieren wollte, war ein Teil meiner Hardware nicht lauffähig (z.B. Soundkarte). Der Desktop-Rechner läuft nun unter Ubuntu Gutsy…

Welche Konsequenz ziehe ich daraus?

Mein privates Notebook wird ein Dualboot-System mit Windows XP / Ubuntu. Die Windows-Partition wird zum Spielen verwendet werden, Ubuntu zum Arbeiten. Schon klar, dass man unter Ubuntu mit Wine auch spielen kann, aber das Konfigurationsgefrickel ist mir manchmal echt zu viel, vor allem, wenn ich ein Spiel nur kurz installiere und vielleicht schnell wieder das Interesse verliere.
Auf das Firmennotebook kommt Windows XP Professional, um eine hohe Kompatibilität zum Unternehmensnetzwerk zu gewährleisten.

Fazit: Für mich ist Windows Vista ein Schuss in den Ofen. Eine nette Oberfläche und grafische Spielereien machen noch kein gutes Betriebsystem. Microsoft verspielt sich durch Vista den halbwegs guten Ruf, den man durch XP (nach SP 2) zumindest in der Windowswelt hatte. In Unternehmensumgebungen wird man Vista wohl nie sehen und etwas anspruchsvollere Anwender werden sich möglicherweise nach Alternativen umsehen. Vista erinnert mich in bestimmten Punkten frappierend an Windows ME und das kann nichts Gutes bedeuten.

Im diesen Sinne:
Hasta la Vista!

Links zum Thema:
Users petition to keep Windows XP (cnn.com)
Driver signing is a failure for Vista (windowssecrets.com)



5 Responses to “Bye, bye Vista!”

  1. 1 Gekko

    Da sehe ich mich doch darin bestaetigt, es bisher noch nicht ausprobiert zu haben. Mein Laptop ist etwa zwei Jahre alt. Er ist nicht unbedingt der schlechteste, was Ausstattung betrifft, aber ich moechte es mir eigentlich ersparen, ein Betriebssystem zu installieren, unter dem er permanent auf Volllast laeuft.
    Ich bin sehr gespannt darauf, was sich im Windows-Bereich getan hat, sobald ich mir das naechste mal einen neuen Rechner kaufe, und bis dahin werden hoffentlich noch einmal mindestens zwei Jahre vergehen.

  2. 2 Maikl

    Microsoft hat zumindest die Probleme erkannt und stillschweigend den Support für Windows XP bis 2010 verlängert… was auch das Datum für die nächste Windows-Version sein soll. Windows 7 soll laut ersten Berichten erheblich schlanker und schneller sein, als alles was bisher von Microsoft kam. Vielleicht haben die Damen und Herren in Redmond ja etwas gelernt. Abwarten…

  3. 3 Gekko

    Support verlaengert, im Ernst?🙂
    Der auslaufende Support fuer XP war ja bisher das Argument der Leute, die nun doch der Meinung waren „Vista ist neuer als XP, als muss es besser sein“ – oder die vielleicht einfach nur ueber genug „Sachverstand“ verfuegten, ein Betriebssystem an den gebotenen grafischen Effekten zu bewerten.
    Gut zu wissen.

  4. 4 Maikl

    Ja, der Support wurde tatsächlich verlängert und Anbieter wie bspw. Dell bieten ihre Rechner auch wieder mit Windows XP an. Ich denke, das sagt alles.
    Vista sollte ja auch mit reichlich neuen Features wie z.B: WinFS (neues Dateisystem) oder PowerShell ausgeliefert werden. Keine dieser wirklichen Neuerungen hat es dann in die RTM-Version geschafft.

  5. 5 Oliver

    Ein schlankes Windows? Das wär ja mal was!

    Ansonsten gilt wirklich: Weiter mit XP (das läuft immerhin ohne allzu zu nerven), oder warten, bis Linuxe unterwegs sind, die auch eher unbedarfte User mit unorthodoxerer Hardware (wie mich und meine Altteilesammlung) unterstützen😉


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