Spore – Wie man mit DRM den Gewinn schmälert…

15Sep08

Der Spiele-Publisher Electronic Arts hat es geschafft den Start eines der meisterwartetende Spiele zum Aushängeschild einer verfehlten DRM-Politik zu machen. Da das Spiel Spore schon seit langem von einer wachsenden Fangemeinde erwartet wurde, wollte man wohl ganz sicher gehen und mit einem der restriktivsten DRM-Systeme den Gewinn aus diesem vermeintlichen Goldesel sichern. Der Einsatz des SecureRom-Systems mit einer maximalen Aktvierungszahl von drei Installationen beschert EA aber momentan nicht nur weniger Umsatz und Gewinn sondern auch eine schlechte Presse.

Dass letztere EA nicht wirklich viel ausmachen dürfte, sollte klar sein (hier greift wohl die Redensart „Ist der Ruf erst ruiniert…“). Ersteres sollte aber auch EA spüren. Spore ist innerhalb kürzerster Zeit mit 500000 Torrent-Downloads auf Pirate Bay zu einem der meistverteilten Spiele im Bittorrent-Netz geworden. Woran mag es liegen? Eigentlich sollte doch durch ein hartes DRM-System genau so etwas unterbunden werden. Scheinbar wird aber genau dieses System zum Pro-Argument für Filesharing.

Tatsache ist, dass SecureRom dem legalen Käufer eigentlich mehr Verdruss bringt, als dass es ihn schützt und nützt. Die Einschränkung von drei Installationen wäre noch zu verkraften, wenn sich die ‚verbrauchten‘ Installationen wieder für neue Hardware auf einfache Art und Weise reaktivieren liesen. Aber hierfür ist ein (kostenpflichtiger) Anruf bei einer Hotline und eine Rechtfertigung des Kunden notwendig. Wer jetzt noch glaubt, hier liefe etwas nicht falsch, tut mir leid. Immerhin ist man doch als Kunde derjenige, der dem Publisher die Taschen füllt. Wenn mir also die legale Version des Spiel potentiell mehr Probleme bereitet als eine gecrackte Version, welche wähle ich wohl?

Aufgrund dieser Geschäftpraktiken, die in anderen Geschäftsbereichen sicherlich als Sittenwidrig gelten würden, erfreut sich Spore bei Amazon äußerst aussagekräftiger Bewertungen – selbst wenn Amazon.de zu einer Art „Zensur“ greift und mißliebige Bewertungen nach kurzer Zeit verschwinden lässt.

Werden EA und Konsorten daraus lernen? Eher unwahrscheinlich. Nach guter Tradition wird man dem Kunden das Wort im Mund verdrehen und die o.g. Download-Zahlen als Argument verwenden beim nächsten großen und heißerwarteten Release, die DRM-Daumenschrauben noch etwas stärker anzuziehen. Vielleicht schafft man dann auch die Millionengrenze bei Pirate Bay…

Links zum Thema:

Bewertungsseite bei Amazon.com

Spore: Mehr Schwarzkopien durch Kopierschutz? (golem.de)

Update(17.09.2008): Wie bei golem.de zu lesen ist, äußerst sich EA nun zu dem Sachverhalt und gelobt Besserung. Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch, in einem System, wo nur der Profit zählt wird kaum Support für Produkte geleistet werden, die keinen Profit mehr bringen. Von daher bezweifle ich eher, ob  man auch noch in 10 Jahren „Spore“ spielen kann, wenn man denn will.



2 Responses to “Spore – Wie man mit DRM den Gewinn schmälert…”


  1. 1 EA-Sports-Debakel: Spore bricht Rekorde bei Bittorrent | freshzweinull +++
  2. 2 EA vernichtet Spore - und fördert Raubkopierer | blogoperium.de

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