Volle Warpgeschwindigkeit!

11Mai09

Nach den ganzen ernsten Themen in letzter Zeit, mal wieder etwas nicht ganz so Realitätsnahes…

Ich hatte gestern endlich Zeit, den neuen Star Trek-Film zu sehen und muss sagen, ich bin begeistert. Achtung: Spoilers ahead!!

... dahin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist ...

... dahin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist ...

Von mir als Trekkie relativ skeptisch aufgenommen wurde die Tatsache, dass vor etwas mehr als zwei Jahren klar war, dass das Star Trek-Franchise einen Reboot bekommen sollte. In Hollywood hatte man gemerkt – hauptsächlich durch den Batman-Reboot – dass so ein Unterfangen sich finanziell durchaus auszahlen könnte, wenn man die Scharen von Trekkies, die ihrem toten Universum nachtrauerten, mit neuen Zuschauern, die futuristische Unterhaltung mögen, kombinieren könnte.

Wie gesagt, ich war skeptisch, ob ich das Produkt mögen könnte, zumal ich vor allem Angst hatte, dass man bei diesen Reboot nicht mutig genug wäre. Star Trek war einfach nicht mehr zeitgemäß, oftmals zu moralisch-utopisch, als dass sich der Zuschauer noch damit identifizieren konnte. Shows wie Battlestar Galactica oder Stargate (um nur einmal zwei Beispiele zu nennen) luden mit streitbaren und teilweise unbequemen Charakteren und origenellen Geschichten, die weit Abseits von der eigentlichen Star Trek-Utopie lagen, zu einem Kontrastprogramm ein, dass auch vielen der sog. Trekkies gefiel.

Nun sollte das Team, dass sich für Serien wie „Lost“ und „Fringe“ verantwortlich zeigt, die Warpgondeln entmotten und mit einem neuen Start für eine Wiederbelebung des Star Trek-Universums sorgen. Mission gelungen? Auf jeden Fall!

Die Crew:

Die alte neue Crew ist jung und steht am Anfang ihrer Karriere. Das zeigt sich natürlich auch bei den Schauspielern. Die Besetzung ist allgemein gut, wobei das Dreigestirn Kirk, Spock und McCoy als besonders gelungen zu bezeichnen ist.

Kirk ist draufgängerisch, ein Schürzenjäger und schert sich einen Dreck um Vorschriften. Chris Pine spielt ihn sehr sympathisch und mit großem Elan, so dass der eingezogene Bauch und die Dauerwellen von William Shatner schnell vergessen sind.

McCoy ist nörglerisch und Kirks bester Kumpel. Karl Urban nutzt die doch recht spärlichen Dialoge, um uns glaubhaft zu versichern, dass er Leonard McCoy ist: Arzt, und kein …. naja, ihr wisst schon.

Spock ist Spock, durch und durch, mit einer etwas stärkeren menschlichen Seite, als dies in den „alten“ Filmen der Fall war. Zachary Quinto ist in diesem Falle die perfekte Besetzung.

Sulu (John Cho), Chekov (Anton Jelchyn), Scotty (Simon Pegg) und Uhura (Zoe Saldana) haben alle ihre Momente, in denen sie kurz die Heldenrolle übernehmen und den Tag retten. Gerade Uhura bekommt hier ein Charakter verpasst, der sich sicherlich in der Fortführung des Franchise gut entwickeln kann – nicht nur durch ihre Beziehung zu Spock.

Sulu und Kirk retten die Welt. Eine der vielen Actionszenen.

Sulu und Kirk retten die Welt. Eine der vielen Actionszenen.

Die Story:

Reboot heisst Neuanfang und bei anderen Geschichten wäre dies auch wohl keiner weiteren Erklärung wert. J.J. Abrahms schafft es hier aber den Reboot stimmig und mit Respekt zum ursprünglichen Franchise zu realisieren. Hier wird nicht einfach das alte über den Haufen geworfen und neu erfunden/erzählt. J.J. Abrahms greift zu einer Erklärung, die jeden Star Trek-Fans geläufig ist (weil in jeder Serie ninreichend zelebriert): Er positioniert das ganze in einer alternativen Zeitlinie, wo die Entwicklung unserer Helden abweichend zu der geschieht, die wir kennen. Das habe ich als elegant und gleichzeitig auch als notwendig wahrgenommen.

Ansonsten haben wir eine relativ gewöhnliche „Wir-müssen-die-Welt-retten“-Geschichte, die nur so vor Action strotzt,  in der der Bösewicht Nero (Eric Bana) aber etwas blaß bleibt. Ich denke aber, dies wird sich in weiteren Filmen anders entwickeln – hier lag ganz klar der Focus auf der Crew, nicht auf dem Gegenspieler.

Die Handlung wartet dennoch mit einer Überraschung auf, die einen recht tiefen Einschnitt ins Star Trek-Universum darstellt. Abrahms lässt in diesem Film den PlanetenVulkan über die Klinge springen und gerade mal knapp 10000 Vulkanier am Leben – was sie nun zu einer sterbenden Spezies macht. Vulkanier – und vor allem Spock – bekommen damit einen besonderen Touch.

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Zu Anfang wenig sympatisch: Commander Spock

Die Stimmung:

Obwohl der Film und das Universum eine eigene Grundstimmung haben ist es nach wie vor Star Trek.

Maschinenräume sehen nun aus wie Maschinenräume und die Konsolen auf der Brücke explodieren nicht mehr. Man bekommt auch den Eindruck, dass die Besatzung der Enterprise nicht nur aus der Brückencrew besteht, sondern dass wirklich 300 Personen auf dem Schiff arbeiten.

Aber es gibt eine ganze Reihe von Seitenhieben und kleinen Anspielungen auf das Original, die aber sehr respektvoll gehalten sind und so auch den langjährigen Fan zum Schmunzeln reizen.

Typische Star Trek-Sätze werden gesagt – und zwar eine ganze Menge davon. Namen von bekannten Orten und Persönlichkeiten werden genannt. Man fühlt sich zu Hause und entdeckt dennoch ständig etwas neues.

Fazit: Neben den Kritikpunkten, dass Nero nicht gerade der Hammer als Gegenspieler ist und es mit dem Actiongehalt ein klein wenig übertrieben wurde, war ich mehr als zufrieden. Es kommt selten vor, dass ich mehrmals ins Kino für den selben Film gehe. Star Trek wird so ein Film.



One Response to “Volle Warpgeschwindigkeit!”

  1. 1 Oliver

    Besonders lustig fand ich, daß jeder der Charaktere (teilweise mehrmals) versagen darf: Pille als Arzt, Scotty beim Beamen, alle haben es noch nicht sooo richtig drauf, obwohl das Genie-Potential natürlich erkennbar ist😉

    Am professionellsten könnte im Rückblick sogar Uhura geween seino_O


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